Studienaufbau

Jetzt hast du vielleicht schon einen Studiengang ins Auge gefasst, aber wie ist ein Studium eigentlich aufgebaut?

Mit der Einführung von Bachelor und Master als so genannte gestufte Abschlüsse hat sich einiges mehr geändert. Das wichtigste Merkmal ist die so genannte Modularisierung. Wie ein Legobaukasten besteht ein Studium aus einer Vielzahl von Modulen, die aus den Lehrveranstaltungen der Hochschulen zusammengestellt werden. Die jeweilige Studienordnung gibt vor, welches Modul wann abgearbeitet werden muss. Ein Modul kann aus einer oder mehreren Lehrveranstaltungen zusammengesetzt sein. Der Umfang des Studiums wird durch so genannte Leistungspunkte oder Credits ausgedrückt. Diese Punkte werden, wie bei der Währung des „Euro“ in allen europäischen Mitgliedsstaaten anerkannt.

Bis zum Bachelorabschluss muss man als Student 180 dieser Punkte sammeln. Bis zum Master weitere 120. Einen Punkt erhält man für 30 Stunden Arbeitsaufwand.

Wie muss man sich das vorstellen?

Vor einem Studienbeginn legen die Professoren des Studienganges fest, wie viel Zeit ein Student braucht, um sich den notwendigen Stoff anzueignen. Dabei wird berechnet, wie viele Zeitstunden man in einer Vorlesung sitzt, wie viel Zeit für die Literaturrecherche drauf geht und wie lange man an einem Referat oder Klausur arbeiten muss. Die Gesamtstundenzahl wird dann durch 30 geteilt und das ergibt dann die Zahl der Punkte, die man für den Themenblock bekommt. Für die Abschlussarbeit, die sogenannte Bachelor-Thesis werden dann noch Extrapunkte vergeben, da man dafür ja ebenfalls eine gewisse Zeit verwenden muss.

Die angebotenen Module findet man oft Online auf den Homepages der Hochschulen, die so genannten Modulhandbücher. Hier beschreiben die Hochschullehrer sehr detailliert, worum es in dem angebotenen Modul geht, welche Prüfungsart vorgesehen ist, was an Literatur empfohlen wird und wie viele Credits es dafür gibt. Mit Hilfe der Studienordnung kann jeder nachsehen, was er wann abarbeiten muss, um in der vorgesehenen Zeit mit dem Studium auch fertig zu werden. Es gibt Pflichtmodule, die – wie der Name schon sagt – verpflichtend zu belegen sind. Daneben wird eine Vielzahl an Wahlpflichtmodulen angeboten. Man ist hier verpflichtet ein Modul zu wählen, kann sich aber aussuchen, was einem mehr gefällt.

Und damit ihr auch innerhalb Europas mal die Hochschulen wechseln könnt, soll nach den Planungen der Bologna Reform Studienleistungen (also Credits)eine gegenseitige Anrechnung erfolgen. Dieses System heißt European Credit Transfer and Accumulaition System – kurz ECTS. Dieses System stellt sicher, dass eure Leistungen an Hochschulen des Europäischen Hochschulraumes vergleichbar werden und bei einem Wechsel angerechnet werden.

Ergänzend gibt es noch eine Reihe von Fachbegriffen, die im Studium wichtig sind: